Have It All (Hardcore)

Die Jungs machten letztes Jahr auf ihrer Tour in Thüringen halt, und hinterließen einen verdammt guten Eindruck. Während ihrer Wintertour 2013 mit neuer Ep im Gepäck, stellten sie sich einigen unserer Fragen :


Have It All [Photo: Sio Motion]

INTERVIEW

Hey Leute ihr seid ja eine multinationale Band. Euer Sänger kommt aus Düsseldorf, der Rest aus Italien. Wie schafft ihr es Proben, Konzerte und Songaufnahmen zu bewältigen?

“Hauptsächlich durch Billigflüge und unzählige Urlaubsanträge ! Ehrlich gesagt fällt es uns allen irgendwie schwer bei HAVE IT ALL von einer funktionierenden Band zu sprechen. HAVE IT ALL ist, einmal in voller Besetzung zwei Tage je 4 Stunden proben, um danach direkt eine CD mit fünf neuen Songs aufzunehmen. HAVE IT ALL ist auch, zwei mal in voller Besetzung weitere zwei Tage proben und danach auf eine zwei-wöchige Europatour gehen. Normal ist das sicher nicht, stimmt schon. Anders geht es aber leider nicht. Vor allem durch die Entfernung (Düsseldorf/Padova 1.000 km) wöchentlich/monatlich proben ist da einfach nicht drin. Im Grunde sind wir nur 5 Typen die es durch einen Haufen abgefahrener Zufälle geschafft haben sich inzwischen „echte Freunde“ nennen zu können. Alleine die Entstehung der ganzen Idee hinter Have It All zu erzählen würde Stunden dauern. Wie gesagt, wenn wir fünf uns treffen trinken wir ein Bier und machen Musik. Und das klappt anscheinend ganz gut.”

Eure neue Ep “Changes” kam vor einigen Wochen raus. Wie sind die Resonanzen?
Wurden eure Erwartungen erfüllt, und welche Themen verpackt ihr in euren Songs?

“Haben bis dato noch nicht so viel Resonanz bekommen. Die wenigen Reviews die wir über die Platte gelesen haben sind allerdings ausnahmslos positiv. Es scheint als würde den Leuten gefallen was wir tun und wie wir es tun. Aber wichtiger ist uns, dass wir mit der neuen EP zufrieden sind. Und das sind wir. Die Songstrukturen sind einfach ausgereifter und ich glaube textlich haben wir auch einen klaren Schritt nach vorne gemacht. Auch was das Thema Produktion angeht, steckt hier einfach eine Menge Arbeit und Herzblut drin. Die gesamte Platte ist 100% DIY! Sind echt stolz sagen zu können, dass alles von den Aufnahmen, den Mixes/Masterings bis zum finalen Artwork 100% von uns kommt. Alles dreht sich um das große Thema Veränderungen. Nicht stehen bleiben. Seine Zeit versuchen besser für sich und andere zu nutzen. Möglichkeiten sehen wo andere nur Probleme sehen wollen. Sich etwas aufbauen wo andere zu wenig „Potential“ sehen. Ich glaube die Songs und die Texte sprechen da für sich.”

cover
aktuelle EP – “Changes”

Gebt uns mal einen Einblick in euer Tourleben. Eure aktuelle Tour ist gerade vorbei: Höhen und Tiefpunkte, besondere Momente?

“Die Tour war der Wahnsinn. Unsere bis dato beste Tour was Spaß, große Momenteund Liveshows angeht. Wir hatten einfach Glück mit einer so talentierten jungen Band wie ROYAL&DEAD aus Berlin (unbedingt auschecken!!!) durch die Landen zu
reisen. Es waren anstrengende aber durchaus geile Tage. Touren ist einfach wirklich das, was diese Band zusammenhält. Jeder von uns liebt das. Die Menschen die du kennenlernst, die Freundschaften die entstehen, die Geschichten und Momente die man gemeinsam teilt, das möchte niemand von uns mehr missen. Die war gerade mal unsere vierte Tour und es ist einfach krass zu sehen, dass man überall bereits bekannte Gesichter und alte/neue Freunde sieht. Unbezahlbar. Auch die Show bei euch in Arnstadt war wieder mal Wahnsinn. Die Kids konnten teilweise die Songs mitsingen, das ist heftig…ich meine wir sind nicht Parkway Drive, Comeback Kid oder Terror oder so was, sondern einfach nur 5 Typen aus Padova und Düsseldorf. Das macht einen schon irgendwie stolz, wenn die Leute so einen Spaß an deiner Musik haben. Ich hoffe wir dürfen auch bei einem weiteren For The Hope Fest wieder mal dabei sein. Einfach geil zu sehen, dass regionale Shows mit soviel Liebe und Professionalität durchgeführt werden. Einfach geil.”

For the Hope Fest #6 mit Have it All

Gibt es ein Thema welches Ihr, hier selber aufgreifen möchtet? Welches euch persönlich Nahe geht oder direkt ankotzt?

“Eine Menge kotzt uns an. Ich meine schau dich um, vieles ist ja auch am Arsch. Ob ökologisch, kulturell oder gesellschaftlich… Wir sind langfristig sicherlich nicht auf dem besten Weg mit der gesamten Art und Weise, wie wir miteinander aber auch mit unserem Lebensraum und den sogenannten „Ressourcen“ umgehen. Da will man oft nur schreien und kotzen. Aber über all diese Themen haben schon eine Menge Leute etwas geschrieben oder gesagt. Es ist Zeit, dass wir im kleinen und im eigenen Umfeld anfangen unsere Freunde, Familien, Bekannten etc. zu inspirieren eine Veränderung voranzutreiben. Wir sind es leid zu hören, dass alles scheiße ist. Abkotzen kann jeder, etwas zu verändern und Leute zu einem Verhaltenswechsel zu inspirieren ist die nächste große Aufgabe. Es ist einfach immer schöner etwas zu erschaffen als nur immer alles zu zerstören und scheiße zu finden. Das müssen viele Leute noch begreifen, auch in dieser „Szene“.”

Sänger Jan schreit bei ihren neuen Song hauptsächlich von Veränderungen (Photo: Sio Motion)

Jan die letzten Zeilen dienen zur Schleichwerbung von Tide&Anchor. Erzähl uns mehr über dein Label, dessen Ziele usw.

“Ach, da hab ich gar keine Lust viel zu sagen. Wir sind nur ein paar Leute, die es lieben sich kreativ auszulassen. Wir machen hauptsächlich in Grafik (Poster, Flyer, Artworks, Shirts, Banddesigns etc.) und haben einfach Spaß an guter und frischer Musik und interessanten Leuten. Aus dem Grund haben wir auch SIGNALS gestartet, ein Musikprojekt bei dem wir junge, talentierte und Label-freie Bands und Musiker unterstützen wollen, indem wir zusammen mit ihnen und weiteren Künstlern Sampler mit bis zu 20 Bands/Musikern produzieren und diese dann verteilen lassen. Es gibt da draußen einfach eine Menge geiler Musik, wird Zeit den Blick mal von den ganzen amerikanischen Szenegrößen auf unsere eigene „Szene“ zu lenken, auch hier in Europa geht einiges. Daher mal weniger über Tide&Anchor und mehr über eben diese vielen geilen Bands. Unbedingt mal auschecken: Striking Justice (meine absolute europäische Lieblingshardcoreband aus Hengelo, Holland), Every Stranger Looks Like You (alte
Tourkollegen von uns, super Menschen und einfach gute Musik, fernab vom Standard HC), Ashes (junge extrem talentierte Band aus Belgien von denen man noch viel hören wird), Royal&Dead (Extrem gutaussehende und talentierte Tourkollegen und
definitiv unsere Lieblingsberliner), When Walls Collapse (kranke Typen aus Holland mit denen wir unsere erste Tour gespielt haben), Off The Hook (muss man dazu noch was sagen?), Ghostwriter (mit das beste das Deutschland zu bieten hat in Sachen HC), The Lowest (einfach ne Bombe), Giver (junge Band aus Paderborn, wird man noch einiges von hören), Empty Veins (Tourkollegen und nette Jungs.), Grim Goat (Münster Oldschool at it’s best), Ashes Of Many (Talent pur), Despicable Heroes (Metal wie wir ihn lieben), Eat You Alive (italienische Kollegen, alte Schule und auf die Fresse)…”

 

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