A Traitor Like Judas [Spotlight]

A Traitor Like Judas (Hardcore/Metalcore)

A Traitor Like Judas gehören mit zehn Jahren Bandgeschichte schon eher zu den alten Hasen im Gewerbe, doch ihre Art Missstände in Musik und auf die Bühne zu transportieren ist nach wie vor unglaublich. Wir haben die sympathische Jungs nun für ein kurzes Interview gewinnen können.


A Traitor Like Judas [Photo: Sio Motion]

INTERVIEW

Könnt ihr uns einen Kurztrip zu zehn Jahren Band/ Tourleben geben?

“Es hat sich ja bei uns in zehn Jahren Bandgeschichte einiges getan. Es gab tausend Besetzungswechsel und unglaublich viele Shows. Ich denke grundsätzlich positiv ist die Tendenz, dass sich die harte Arbeit immer ein Stückchen mehr für uns auszahlt. Seit knapp drei Jahren geben wir ja wieder richtig Gas und spielen so viel es geht. Jede Sekunde auf der Straße prägt uns und macht uns zu einem großen Teil zu dem, was wir sind. Wir haben unzählige Freundschaften geschlossen und viele Länder und Städte besucht. Wir wollen keinen Hype oder ähnliches erreichen, sondern die Musik machen, die uns gefällt und einfach Shows spielen. Wir sind unendlich dankbar, dass uns so viele Leute bei diesem Traum unterstützen. Das sie zu unseren Shows kommen, Merch kaufen und abhängen. Dazu kommt, dass es immer noch jeden Tag ein bisschen besser wird.”

Eure neueste Erscheinung: Guerilla Heart ist komplett D.I.Y entstanden. Vorneweg die Idee ist absolut Klasse. Bedenkt man den Aufwand der Herstellung der G.H Bomben, Box etc. muss für euch doch wahnsinnig viel Zeit verstrichen sein oder hattet ihr tatkräftige Unterstützung?

“Sicher ist die Zeit des Aufwandes nicht in Geld zu bezahlen, wir haben unzählige Stunden damit verbracht, den ganzen Kram zu entwickeln und zu produzieren. Aber um Geld oder so geh es uns nicht. Wir hatten ein Produkt und wollten dieses so interessant wie möglich an die Leute weitergeben. Die Herstellung von Boxen, Samenbomben, Cover und Co hat uns ja riesig Spaß gemacht. Wenn man sein Produkt dann fertig gestellt hat, besitzt es für einen selbst einen ganz anderen Stellenwert als vorher. Ganz ehrlich ins Presswerk gehen und tausend CDs pressen lassen, kann jeder, wir wollten gerne etwas Besonderes herstellen.”


aktuelles Album  – “Guerilla Heart” (Photo: A Traitor Like Judas)

Wie wichtig euch der Gedanke einer besseren Welt ist, betont ihr auf jedem eurer Konzerte. Welche Botschaft schickt ATLJ mit Guerilla Heart in die Welt?

“Im Grunde genommen sollte man sich einfach die Lyrics reinziehen, wenn es einen wirklich interessiert, was wir zu sagen haben. Zusammengefasst kotzt es uns an, dass wir hier in Mitteleuropa auf unserem Wohlstand hocken und Tag täglich tausende von Menschen krepieren, weil sie nix zu essen bekommen oder keine medizinische Hilfe erhalten. Dazu kommt die ignorante Einstellung von den meisten Menschen, dass es gut ist, so wie es ist. Sie scheißen einfach auf den Rest der Welt und labern dumm rum, wie arm dran die Leute in der dritten Welt sind. Wenn es aber darum geht mal was anders zu machen, hat keiner Bock Initiative zu zeigen. Genau das wollen wir mit Guerilla Heart ändern. From thoughts to words to action !”

Balsstädt gegen Rechts mit A Traitor Like Judas

Ihr versucht auf Konzerten euren Besuchern etwas mit auf den Weg zu geben, Kids zum Nachdenken anzuregen oder was in der Welt verkehrt läuft. Findet ihr, dass die Szene zu sehr durch Ignoranz und Gleichgültigkeit geprägt ist? Was schreit eurer Meinung nach Verbesserung?

“Fuck ja, die ganze vermeintliche Hardcoreszene ist zum gro§en Teil für den Arsch. Alle Bands labern rum, dass wir was ändern müssen und es so nicht weitergehen kann auf unserem Planeten. Dann drucken sie aber doch wieder Merch auf den billigsten Gildan Shirts, weil 2 Euro mehr pro Shirt schon geiler sind, als ein gerechtes Einkommen für ein paar Baumwollbauern. Wir wollen nicht anfangen von wegen: Früher war alles besser, aber der Trend zur oberflächlichen Scheiße ist schon erschreckend. Dazu kommen Leute die uns dann noch erzählen, wie gewitzt doch unser Marketingkonzept sei, um unser Release zu veröffentlichen und dass wir mit unserer Weltverbesserungsnummer ja voll im Trend liegen. Solche Kommentare regen dann schon sehr zum Zweifeln an, ob wir eigentlich noch so etwas wie eine echte Hardcoreszene in Europa haben. Aber wie auch immer, wir werden unser Ding weiter durchziehen und freuen uns über jeden Menschen der unserer Meinung ist und uns auf diesem Weg begleitet.”

A Traitor Like Judas  arbeiten eng mit der Hardcore Help Foundation zusammen (Photo: Sio Motion)

Die letzte Frage dürft ihr diesmal an uns stellen!

“Wenn ein Virus im Kopf eines menschenfressenden Cyborgs die Welt beherrscht und die gesamte Musik auf unserem Planeten zerstört hat, ihr aber die Chance habt, drei Releases zu retten, welche wären es?”

Die Frage ist für uns gar nicht mal so einfach, wir sind musikalsich vielfältig unterwegs und uns gefallen unglaublich viele Bands – ansonstne hätte sich Burning Leaf wahrscheinlich auch nie gefunden.
Wir retten trotzdem folgende Releases :

Markus – Reflections – The Fantasy Effect
Eigentlich könnt ich mich eh nie entscheiden und würde sofort versuchen alle lokale Bands zu retten aber da ich mich eh nicht entscheiden kann nehm ich jetzt einfach mal Reflections – The Fantasy Effect … , dann kann ich mein ganzes Leben damit verbringen herauszufinden wie man so ein abgefahrenes Songwriting auf die Reihe bekommt !

Patrick – Albino – Gehversuch
Albinos Musik regt ungemein zum Nachdenken an gesellschaftliche Misstände aufzuarbeiten, und verpackt Visionen einer besseren Welt in grandiose Songs die berühren !

Yannick - Bosca – Solange es schlägt
Weil er auch sehr viel soziale Missstände anspricht und nicht diesen 0815 fick deine mutter rap macht.

 

CHECKT DIE BAND

BANDPAGE
 

Hinterlasse eine Antwort

Deine Email Adresse wird nicht veröffentlicht.